-Was wird sich in Zukunft ändern ?

Vermieter übernehmen die Kosten für Ihre Wohnungsvermarktung in Zukunft selbst. Dass nun der Auftraggeber den Makler bezahlt, trifft nicht überall auf Zustimmung

 Makler wird von demjenigen bezahlt, der ihn beauftragt

Das Bestellerprinzip sieht vor, dass in Zukunft der Makler von demjenigen bezahlt wird, der ihn auch beauftragt hat. In Gebieten mit angespannter Wohnungsmarktlage sind es derzeit hauptsächlich die Wohnungssuchenden, die die Maklerprovision tragen – das würde sich mit dem Bestellerprinzip ändern.  Die Maklercourtage beträgt dabei auch weiterhin maximal zwei Monatskaltmieten plus Mehrwertsteuer, das sind höchstens 2,38 Nettokaltmieten. Wer eine Wohnung über einen Makler gefunden hat, müsste diesen nur bezahlen, wenn er ihn vor dem Vermieter eingeschaltet hat und der Makler auch noch nicht vorher mit der Wohnung betraut wurde.

Finanzielle Belastung für Suchende sinkt, Einsatzbereitschaft der Makler steigt

Für das Bestellerprinzip spricht die finanzielle Entlastung der Wohnungssuchenden. Ansprechende Wohnungen in attraktiven Lagen, die vorher nur für Bewerber erwägenswert waren, in deren Budget auch die Maklercourtage passte, bieten sich nun einem weitaus größeren Spektrum an Interessenten. Außerdem ist abzusehen, dass unter dem Konkurrenzdruck die Provisionshöhen sinken, während die Einsatzbereitschaft der Makler steigt. Dadurch ist auch eine Bereinigung des Marktes abzusehen, da sich Wettbewerb um Hausverwaltungen und Immobilieneigentümer weitestgehend die seriösen und professionellen Makler durchsetzen werden. Das Vorurteil, Makler würden nur dafür bezahlt, Wohnungen aufzuschließen und darauf zu warten, dass 60 Interessenten ihre Bewerbungsunterlagen ausgefüllt haben, dürfte damit bald der Vergangenheit angehören.

Vermieter übernehmen Vermarktung ihrer Objekte selbst

Durch die geänderte Regelung  werden zukünftig viele Vermieter die Vermarktung ihrer Objekte wohl auch selbst übernehmen. Dadurch werden Internetportale wie ImmobilienScout24 einen weitaus größeren Zulauf erleben als bisher. Das bietet den klaren Vorteil der erleichterten und unkomplizierten Wohnungssuche – doch könnte möglicherweise die Objektpräsentation unter dem Wegfall eines Maklers leiden: Große Wohnungsgesellschaften haben nicht die Kapazitäten, Exposés und Beschreibungen der Wohnungen und Wohnlagen mit der nötigen Sorgfalt zu bedenken.

Die Befürchtungen sind außerdem groß, dass die Provisionszahlungen verkappt doch an die Mieter weitergeleitet werden, indem die Nettokaltmieten erhöht und Mietverträge mit längerer Laufzeit zum Standard werden. Auch ein „grauer Markt“ mit hohen Abstandszahlungen ist denkbar, ebenso wie inoffizielle Zahlungen der Bewerber an die Vermieter, um bei der Auswahl den Zuschlag für die Traumwohnung zu bekommen.

Regelung gilt nur Mietobjekte, Verkäufe sind davon ausgeschlossen

Zudem werden Stimmen gegen das Bestellerprinzip laut, die beklagen, dass sich die Regelung auf Mietobjekte beschränkt, Käufer von Immobilien aber weiterhin Courtagen von 3-6% des Kaufpreises hinnehmen müssen. Über die Provisionshöhe bei Kaufobjekten gibt es ohnehin keine gesetzliche Regelung. Gerade in diesem Segment werden aber die größten Gewinne erzielt, da sich aus relativ geringem Aufwand ein großer Verdienst ergibt. Beobachter des Markts müssen feststellen, dass auch beim Bestellerprinzip, ähnlich wie bei der Mietpreisbremse, voraussichtlich nicht die positiven Aspekte überwiegen werden. Wenn die Maklercourtage für Mietinteressenten wegfällt, werden auf eine Wohnung weitaus mehr Bewerber kommen, als es derzeit der Fall ist. Die Wohnungssuche wird somit vielleicht zwar günstiger, aber bestimmt nicht einfacher.

Auch die Makler selbst sind geteilter Meinung über die neue Regelung. Lesen Sie die unterschiedlichen Standpunkte auf unserem Unternehmensblog unter “Wer zahlt die Provision”.